Challenge League: Étoile Carouge FC – FC Aarau

24.07.2026
1. Spieltag Challenge League
Étoile Carouge FC - FC Aarau
Stade de la Fontenette
Endergebnis: 3:0 (0:0)
Zuschauer: 855 (150 Gäste)
Ticket: 18 CHF (~19,50€)

Mit 13 Wochen dürfte die diesjährige Sommerpause die so ziemlich längste sein, die ich seit Corona erleben musste. Auf der einen Seite regiert natürlich die Sehnsucht nach den ersten Partien der eigenen Farben im Abenteuer Fußball-Oberhaus, auf der anderen Seite bieten sich derzeit Chancen auf Auslandsbesuche, wie sie sich ab Ende August wohl nur noch selten ergeben werden. Da kam der frühe Start im Schweizer Fußball gerade recht, stand ein erneuter Besuch der Eidgenossenschaft schon seit Jahresbeginn hoch im Kurs. Das Auftaktwochenende der beiden höchsten Spielklassen offerierte dann auch gleich eine Vielzahl an Optionen, aus denen letztlich Genf herausstach. Schon mehrmals durchgefahren, zudem eine der am weitesten entfernten Ecken, für die man sich gerne etwas mehr Zeit gönnen möchte.

Daher machten wir uns bereits am frühen Freitagmorgen auf die gut 600 Autobahnkilometer, die samt Pausen in knapp acht Stunden bis zur unweit vom Genfer Flughafen situierten Unterkunft abgerissen wurden, ehe es dank der kostenlosen ÖPNV-Tickets vom Hotel mittels Tram auf eine erste Runde durch die Stadt ging. Die Sonne schien recht angenehm auf die Ausläufer des Genfer Sees und ließ sogar die Spitze des Mont Blanc im Hintergrund der berühmten Wasserfontäne Jet d’Eau erstrahlen, während sich zahlreiche Badegäste in den kühlen Wogen der Rhone erfrischten. Schön zudem die kleinen, gelb-roten Boote, die ähnlich den venezianischen Vaporettos im Linienverkehr die beiden Ufer der Innenstadt miteinander verbinden und dem normalen ÖPNV zugerechnet werden. Ja, der erste Eindruck der zweitgrößten Stadt der Schweiz war definitiv kein schlechter.

Auch im südlichen Viertel Carouge ließ es sich bestens aushalten, insbesondere aufgrund des etwas angenehmeren Preisniveaus. Ist zwar alles relativ, doch bei einem kleinen Italiener musste für die Pizza samt Bierbegleitung noch keine Privatinsolvenz angemeldet werden. Gesättigt folgte am Abend nun das Dessert in Form des Auftakts der zweiten Liga. Étoile Carouge empfing den FC Aarau im Stade de la Fontenette am Ufer des Flusses Arve. Jetzt nicht der absolute Leckerbissen in dem Sinne, doch auf den Auftritt der Gäste freute ich mich aufgrund vorheriger Erlebnisse dann doch. Die Spielstätte bot derweil immerhin eine überdachte Haupttribüne, ein paar Stufen hinter dem westlichen Tor sowie eine größere Gegengerade für insgesamt 7.200 Zuschauer, wobei vor allem die liebevoll eingerichtete Buvette unter der Haupt wohlwollend hervorstach.

Sonst wenig zu berichten hier, zumal der 1904 gegründete Club bis auf wenige Saisons im Oberhaus keine großen Erfolge vorzuweisen hat und somit sicherlich nicht zu den großen Namen des Schweizer Fußballs zählt. Auch in Genf selbst weiß man um seine Rolle und setzt auf eine Partnerschaft mit dem großen Nachbarn aus Servette, was zumindest laut App auch einige Schaulustige der Granatroten anzog. Eine kleine Fahne hinter dem Tor sowie einige Sticker mit dem Namen „Tribune Pelouse“ deuteten zwar auf eine Fanszene hin, doch verfolgten die paar Jungs hinter dem Tor die Partie sitzend und schweigend.

Besser sah es da im Gästeblock aus. Gut 150 Schwarz-Weiß-Rote nahmen die weite Fahrt zum ersten Saisonspiel auf einen Freitagabend auf sich, flaggten ihre Gruppenfahnen an den Zaun und gaben mit etlichen Schwenkern und Doppelhaltern ein ordentliches Bild ab. Optisch auf alle Fälle top, während der akustische Part ohne große Höhen abgespult wurde. Ja, die tollen Melodien und Rhythmen wurden lange gehalten und zelebriert, gefühlt jedoch mit durchgehend angezogener Handbremse. Aber ohne wirkliche Gegenseite und mit erneut verkacktem Aufstieg im Rücken mache ich da keinem große Vorwürfe. Zudem geriet der FCA im zweiten Durchgang sportlich gehörig unter die Räder und war mit drei Gegentoren sogar noch gut bedient. Respekt entsprechend an den Gästeblock fürs Durchziehen bis zum Schlusspfiff!

Nach den neunzig Minuten machten wir uns fix auf den Rückweg, steckte der Tag samt langer Fahrt doch mittlerweile stärker in den Knochen. Somit blickten wir noch einmal aus dem Busfenster auf das langsam erlischende Flutlicht an der Arve, ehe der Abend wenig später in der Unterkunft zeitig endete.

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