DFB-Pokal: MSV Duisburg – SV Elversberg

22.08.2026
1. Runde DFB-Pokal
MSV Duisburg - SV Elversberg
Wedaustadion
Endergebnis: 1:3 (0:1)
Zuschauer: 22.662 (1.000 Gäste)
Ticket: 17,60€

Auch wenn ich aufgrund diverser Touren nicht unbedingt behaupten kann, dass sich die Sommerpause unglaublich lange gezogen hat, war die Vorfreude auf den Saisonauftakt der eigenen Farben immens. Mit Duisburg bescherte uns die Losfee zwar nichts Neues, dafür aber ein nettes Stadion, welches wir zuletzt vor fast genau 10 Jahren, damals im Pokal gegen Union Berlin, besuchten. 2023 fiel der letzte Auftritt der eigenen Farben an gleicher Stelle bekanntlich ins Wasser und zum Nachholspiel unter der Woche waren wir nicht im Land, entsprechend ging es am Samstagvormittag zum ersten Mal seit einer Dekade in die Stadt am Niederrhein.

Viel Stau rund um Köln ließ den Zeitpuffer stark schmelzen, sodass wir das Wedaustadion etwas später als geplant erreichten. Gut was los war bereits im Gästeblock und somit auch lange Schlangen an den Verpflegungsständen, die mit einem reichhaltigen Angebot glänzten. Selten vier verschiedene Wurstsorten im Stadion gesehen! Die probierte, klassische Stadionwurst ähnelte dabei allerdings eher einer bayrischen Weißwurst, sowohl geschmacklich als auch in Bezug auf die fehlende Bräune. Eher unbefriedigend. Besser wurde die Stimmung erst wieder mit Blick auf die Ränge. Klein gegen Groß lautet ja gerne das Motto in der ersten Pokalrunde. Joa, und dann fährt die große SV Elversberg als Bundesligist eben zum kleinen MSV Duisburg. Spaß beiseite, aber an diese sportliche Ausgangslage gewöhne ich mich in diesem Jahrhundert nicht mehr.

Das Interesse auf den Rängen schien bei den Zebras dennoch nicht verkehrt. Mehr als 22.000 sind eine echte Hausnummer, während die heimische Kurve bereits die zehn Minuten vor Anpfiff zur Einstimmung mit dem gesamten Stadion nutzte. Alleine diese unfassbar geniale Version von Wackelkontakt, getragen von nahezu 90% aller Anwesenden – einfach ein leidenschaftlicher Orkan, der einem hier entgegenschlug. Auch die klassischen Gassenhauer der Blau-Weißen fetzten an diesem Nachmittag ordentlich durch das in Sachen Akustik gut gebaute Wedaustadion. Als weiterer Ohrwurm kristallisierte sich eine Version des Partyhits „Baila Baila“ heraus, der vor allem gegen Ende weiter seine Runden drehte. So sehr wie ich die Duisburger Szene vor einigen Jahren aufgrund des, subjektiv empfunden, eher langweiligen Standardliedguts oftmals unbeachtet ließ, so sehr gefällt mir die Kurve in den letzten Jahren. Starker Auftritt heute bis zum Schluss!

Den Gästeblock füllten unterdessen respektable 1.000 Saarländer in einem Halbjahr, das die schwarz-weißen Farben überdurchschnittlich oft in den Westen führen wird. Startschwierigkeiten suchte man beim Support im ersten Spiel der neuen Saison vergeblich, eher im Gegenteil. Vor allem die erste Viertelstunde war absolut stark, auch wenn die Lieder anfangs noch im recht schnellen Tempo wechselten. Bockstark waren an diesem Tag vor allem die Wechselgesänge und Sprungeinlagen, während im zweiten Durchgang auch einige leisere Phasen Einzug erhielten.

In etwa ein Sinnbild der Partie: In der ersten Hälfte hatte die SVE die meisten Spielanteile und ging durch Routinier Schnelly in Führung, ehe nach dem Pausentee der MSV komplett die Initiative übernahm. Ein Klassenunterschied war zu diesem Zeitpunkt absolut nicht erkennbar. Folgerichtig glichen die Hausherren durch eine starke Einzelaktion aus und hatten im Anschluss mehrere Chancen auf die Führung, ließen diese aber ungenutzt liegen. In den Schlussminuten war es schließlich Neuzugang Onyeka, der mit einem Doppelpack den umjubelten Einzug in die zweite Runde festzurrte. Nicht schön, aber eine Runde weiter. Das muss als Fazit auch mal genügen, wenngleich vor dem Bundesligastart noch so einige Stellschrauben angezogen werden müssen!

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