2. Bundesliga: SV Elversberg – FC Schalke 04

12.04.2026
29. Spieltag 2. Bundesliga
SV Elversberg - FC Schalke 04
Waldstadion an der Kaiserlinde
Endergebnis: 1:2 (1:1)
Zuschauer: 9.307 (1.600 Gäste)
Ticket: Dauerkarte

Absolutes Topspiel an der Kaiserlinde! Eine Partie, deren Ticketnachfrage die Traversen der eigenen Heimspielstätte locker drei bis vier Mal hätte füllen können. Entsprechend chaotisch die Anfragen im Vorfeld, entsprechend wahnwitzig die teilweise im Netz aufgerufenen Preise für die wenigen, vorhandenen Restkarten. Selbst schuld, wer solche Mondpreise bezahlt, während den Verkäufern die Dauerkarte gesperrt gehört. Probleme, wie man sie in Elversberg aber einfach (noch) nicht kannte. Dennoch mischte sich eine gespannte Vorfreude in unseren Vormittag.

Zum einen aufgrund des reizvollen sportlichen Duells, zum anderen aufgrund der Begrüßung einer großen Delegation der befreundeten Szenen aus Bad Nauheim und Garmisch. Gut 30 Anhänger des Eissports verstärkten den proppenvollen Block C, der insbesondere in der Anfangsphase auf Höchstform lief. Schalparade, Klatscheinlagen und die ersten Gesänge zogen einen Großteil der Kurve mit, gekrönt vom utopischen Torjubel nach Schnellys Treffer in der vierten Minute. Frenetisch die Minuten danach, die sicherlich zu den lautesten gehörten, die die Kaiserlinde von den schwarz-weißen Farben je erleben durfte. Umso trauriger, dass der Support ab dem Schalker Ausgleich spürbar nachließ – und das anfängliche Top-Niveau nicht mehr erreichen sollte.

Gegensätzliches Phänomen dagegen im vollen Gästeblock, der sich anfangs noch etwas verhaltener präsentierte. Vielleicht dem gewählten Liedgut geschuldet, vielleicht aber auch durch die Anspannung und den frühen Gegentreffer. Doch die bereits beim Betreten des Gastbereichs vermummten königsblauen Ultras ließen keinen Zweifel an der feurigen Unterstützung der eigenen Farben. Ab dem Ausgleichstreffer ging ein spürbarer Ruck durch den großen Haufen, der nun, garniert von einigen Fackeln, Minute um Minute eine Schippe draufpackte. Bockstark vor allem die Schlussphase rund um die letzte halbe Stunde, in der sich der Schalker Anhang in einen unaufhörlichen, brachialen Rauschzustand steigerte, der seinen Höhepunkt im Schlusspfiff fand, dessen Jubel gar die vorherige Freude über die beiden Treffer überstieg.

Hätte die Niederlage des eigenen Vereins nicht so geschmerzt, hätte ich mich sehr über den bombastischen Gästeblock gefreut. Doch so war die Gefühlslage erstmal weniger rosig. Denn eigentlich hielt die SVE konstant gut mit, erarbeitete sich Torchancen und dominierte gerade zu Beginn eine Schalker Mannschaft, deren Star-Einkauf Edin Džeko sein Karrierehighlight an der Kaiserlinde leider verpasste. Der Ausgleich? Geschenkt, da verdient. Auch in der zweiten Hälfte war weiterhin viel Feuer drin, die Spielzüge und Chancen durchweg vorhanden.

Dann sogar die Überzahl ab der 51. Minute. Und plötzlich ging gar nichts mehr. Wie Gift fürs eigene Spiel wirkte der Vorteil auf dem Feld, dazu lähmten die Einwechslungen die offensiven Bemühungen zusehends. Am Ende war es fast ein Gefühl von Chancenlosigkeit, trotz der (unberechtigten) Gelb-Roten für S04. Eine Niederlage, die tatsächlich schmerzte und beinahe einer Vorentscheidung im Aufstiegskampf gleicht. Für Schalke sieht es dadurch äußerst gut aus, während Elversberg punktetechnisch langsam abreißen lassen muss. Klar, durch die direkten Duelle ist noch alles drin, doch so hoffnungsvoll wie zuletzt stimmte der Auftritt der eigenen Kicker mitnichten. Schauen wir mal, was die letzten fünf Partien noch für Wendungen bereithalten. Spannend bleibt es auf alle Fälle, das Schauspiel namens zweite Liga 25/26!

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.