Testspiel: SV Pars Neu-Isenburg – TSG Neu-Isenburg

23.01.2022
Testspiel
SV Pars Neu-Isenburg - TSG Neu-Isenburg
Sportplatz Heideweg
Endergebnis: 2:2 (0:1)
Zuschauer: 45
Fotoalbum

Weiter geht’s im hessischen Testspieldschungel. Diesen Sonntag dann auch gleich mit der mehr als zehnfachen Anzahl an ausgetragenen Partien gegenüber der Vorwoche, was endlich wieder eine Wahl der Optionen ermöglichte. Klar, neben Corona mimten auch mal die Platzverhältnisse den Spielverderber, doch die im Vorfeld ausgesuchte Partie des SV Pars Neu-Isenburg sollte glücklicherweise stattfinden. Zum Auftakt der Vorbereitung traf der sechstklassige Verbandsligist auf den ebenfalls aus Neu-Isenburg stammenden Achtligisten im benachbarten Zeppelinheim, der gewöhnlichen Heimspielstätte der Hausherren. Auf vorherigen Bildern wie auch vor Ort kein Leckerbissen, so viel sei gesagt. Die gelben Linien auf dem Kunstrasen unweit der Landebahn des Frankfurter Flughafens waren da schon ungewöhnlicher, während die vorhandenen Vereinsheime zumindest äußerlich ihre besten Tage irgendwann in den Neunzigern hatten. Definitiv kein Schönheitspreis für die Anlage, aber eine wirkliche Rolle spielte das Ganze heute nicht. Man hatte einfach wieder Bock auf Fussball!

Hinter dem Vereinsnamen der Heimseite steckt derweilen eine Geschichte zum Kopfschütteln. 2014 zunächst als SV Iran gegründet, scheiterte man mehrere Male beim Versuch der Kontoeröffnung unter diesem Namen bei regionalen Banken. Könnte ja sonst was damit finanziert werden. So wurde aus „Iran“ kurzerhand „Pars“, eine alte Bezeichnung für Persien, die beim Bio-Deutschen nicht gleich Assoziation wie Wüste und Terror ins Gedächtnis ruft. Kannst du dir nicht ausdenken. Mit Hilfe eines Sponsors ging’s in wenigen Jahren bis hoch in die sechste Klasse, in der man derzeit auf den hinteren Rängen ordentlich gegen den Abstieg anschwimmen muss. Auch wenn so ein Testspiel keine wirkliche Aussagekraft besitzt, lieferten die Akteure der Hausherren im ersten Durchgang nichts wirklich brauchbares ab. Das Tor des Durchgangs erzielten entsprechend die Gäste, ehe zur Halbzeit auf Seiten des SV Pars die komplette Mannschaft ausgewechselt wurde. Da die nun auflaufenden elf Mannen ihre Namen auf den Trikots trugen, muss dies wohl die erste Garde sein, die jetzt endlich auf dem Platz ein Feuerwerk abbrennt, so die Gedanken. Das 0:2 mit Wiederanpfiff ließ daran zunächst Zweifel aufkommen.

Ein paar Minuten später erblickte man plötzlich ein unverkennbares Gesicht im Dress der Hausherren: Milad Salem, ehemaliger Kicker der SV Elversberg, Osnabrücks und Holstein Kiels, dribbelte mal mehr, mal weniger gekonnt durch die Abwehrreihen der Gäste. Wenig später die nächste Offenbarung: Auch Jan Washausen, seines Zeichens ebenfalls für die SVE sowie Braunschweig, Zwickau und Halle in der dritten Liga aktiv, stand im Aufgebot auf dem Rasen. Was geht denn hier ab? Klar, beide sind jetzt nicht mehr im besten Fußballeralter, aber Hut ab an Pars für die Verpflichtungen. Wenn man mal von der punktetechnisch mehr als bescheidenen Hinrunde absieht, könnte man hier durchaus höherklassige Ambitionen erkennen.

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Im Match erzielte die Heimmannschaft noch zwei nicht unverdiente Buden, was letztlich zu einem gerechten Unentschieden führte. Zwei Klassen Unterschied sehen sportlich aber anders aus. Noch immer verwundert über die angetroffenen Personalien konnte nach neunzig Minuten ein weiteres Häkchen in der VL Hessen Süd gesetzt und freudig die Heimreise angetreten werden.