2. Bundesliga: SV Elversberg – Hertha BSC

07.02.2026
21. Spieltag 2. Bundesliga
SV Elversberg - Hertha BSC
Waldstadion an der Kaiserlinde
Endergebnis: 0:3 (0:1)
Zuschauer: 9.291 (1.480 Gäste)
Ticket: Dauerkarte

Dass ich diese Zeilen überhaupt schreibe, grenzt eigentlich bereits an den größten Erfolg des Tages, lag ich doch über die Hälfte der Woche mit einer hartnäckigen Grippe flach. Und selbst am frühen Samstagmorgen stand die berühmte Bettkantenentscheidung im Raum, doch die eingeworfenen Pillen töteten zumindest einige Müdigkeitsgefühle ab. Rauf daher auf die Autobahn, Sonnenbrille trotz Nebel auf der Nase um die lichtempfindlichen, müden Augen zu schonen und, trotz gesperrter Autobahn, einigermaßen pünktlich das Saarland erreicht. Kurzum: Ich hatte schonmal mehr Bock auf ein Heimspiel, war am Ende aber dennoch froh, im heimischen Wohnzimmer etwas Frischluft zu atmen.

Denn spätestens beim Erklingen der eigenen Hymne und dem Erblicken der dichten Schalparade kehrte die Energie in meinen Körper zurück. Ein klein wenig Euphorie ließen das Hadern ob der Sinnhaftigkeit meiner Anwesenheit dann doch von Minute zu Minute verpuffen. Lautstark und schwungvoll startete Block C in den Nachmittag, überzeugte vom Fleck weg mit einer guten Sprungeinlage und riss in der ersten Viertelstunde auch einige Bereiche außerhalb der Mitte mit, auch wenn die Nässe und Kälte der Beschallungsanlage augenscheinlich zusetzte und selbige kurz darauf außer Gefecht setzte. So mussten es die Elversberger Vorsänger eben mit den Megaphonen richten, doch zumindest die Mitte zog auch weiterhin mehr als ordentlich mit. Lange gehaltene Lieder, gute Abwechslung, ein paar richtig gute Momente. Das war um Welten besser als beim ersten Heimspiel des Jahres.

Richtig stark war auch der Gästeblock, der am heutigen Mittag durch die befreundeten Karlsruher unterstützt wurde. So zierten kleine Überhänger der Phönix Sons und Wild Boys den Zaun, der vor allem im Bereich des Stehers einen schicken, dichten Eindruck hinterließ, vor den Sitzen allerdings etwas unordentlicher und lückenhafter wirkte. Mehr als ordentlich war der optische Tifo im Bereich des Stehers. Viele Schwenker, wenn auch etwas ungleich verteilt, sowie einige Doppelhalter gaben ein durchweg schickes Bild ab, während die häufig eingesetzten Schalparaden das optische Highlight markierten. Vor allem das rhythmische Hin und Her zum Takt der Lieder zauberte ein äußerst schickes und eher seltener gesehenes Bild auf die Ränge. Top zudem der akustische Support, konnten doch so einige der bekannten Gassenhauer im Heimbereich vernommen werden. Insgesamt ein Auftritt der besseren Sorte im Elversberger Gästeblock der laufenden Saison!

Auf dem Rasen war die Leistung der SVE ein Abbild der letzten Wochen: Schöner Kombinationsfußball, schicke Spielzüge über Außen und durch die Mitte, keine oder nur schwache Abschlüsse. Quasi alles bis zum letzten Pass perfekt gespielt, dann ein Kullerball zum Torwart oder knapp neben den Pfosten. Spielerische Dominanz, 20 zu 6 Torschüsse, 0:3 auf der Anzeigetafel. Äußerst bitter, aber eben auch nicht unverdient, wenn vorne nichts zählbares herausspringt. Nach neunzig Minuten beendete Hertha mit einer sehr effizienten Vorstellung die Partie und fügte Elversberg die erste Heimniederlage der Saison zu.

Das einzig Positive: Die Elversberger Kurve, die insbesondere nach dem dritten Gegentreffer gefühlt nochmal eine Schippe drauf packte und die eigene Mannschaft für die bisherige Saisonleistung feierte. Die absolut richtige Einstellung, zumal dieses Team auch in der aktuellen Spielzeit Woche für Woche wahnsinnige Leistungen an den Tag legt. Heute hat es eben nicht geklappt – sei’s drum, nächsten Samstag geht’s weiter. Der Klassenerhalt ist sowieso praktisch in trockenen Tüchern und jede weitere Woche in der Spitzengruppe ein absoluter Bonus!

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