2. Bundesliga: SV Elversberg – VfL Bochum

25.01.2026
19. Spieltag 2. Bundesliga
SV Elversberg - VfL Bochum
Waldstadion an der Kaiserlinde
Endergebnis: 1:1 (0:1)
Zuschauer: 9.307 (1.500 Gäste)
Ticket: Dauerkarte

Manche Pläne hören sich auf dem Papier einfach sinnvoll an. Wie zum Beispiel das Duell zwischen Reims und der ASSE, das wir am Vortag mitnahmen. Doch so ein paar Details kommen erst an den Tagen selbst zum Vorschein. Das frühe Aufstehen zum Beispiel, und zwar sowohl samstags als auch sonntags. Naja, selbst gewähltes Schicksal. So waren die Knochen schwer, als wir uns in der nebeligen Suppe im Herzen der Champagne aus den Federn rafften, fix ein Frühstück zwischen die Kiefer schoben und alsbald über leere Autobahnen gen Saarland düsten. Auch mal ein Erlebnis, den üblichen Anfahrtsweg via Mainz und Lautern mit so Städten auf den Ausfahrtschildern wie Verdun und Metz einzutauschen.

Nach unspektakulären zweieinhalb Stunden grauem Nebel erreichten wir schließlich Elversberg, parkten ab und liefen den altbekannten Weg an die Linde. Eine gute Stunde vor Anpfiff ohne große Schlangen an den Kontrollen rein und endlich wieder Wohnzimmer-Luft geschnuppert. Heimspiele sind in diesem Winter echt rar gesät… Nach den üblichen Gesprächen und dem Austausch über den grandiosen Gästeblock des gestrigen Abends nahmen wir zudem zur Kenntnis, dass am Block C eine ganze Reihe neuer Zaunfahnen prangte. In strahlendem Weiß und tiefem Schwarz machten vor allem die neuen Lappen der Horda Fanatica sowie der Loyal Unity echt was her.

Sonst gefiel erneut die dichte Schalparade sowie der überaus solide Fahneneinsatz in der Mitte des Blocks. Da der Kalender aber weiterhin das Wörtchen Januar anzeigt, ging zum wiederholten Male in Sachen Stimmung nicht wirklich viel. Ja, der Kern war aktiv und pushte über 90 Minuten auf ordentlichem Level, doch bereits wenige Meter daneben wurden die Gesichter viel lieber in den Schals vergraben, anstatt im Support die Wärme zu suchen. Echt schade, dass bei kaltem Wetter die Mitmachquote weiterhin dermaßen einbricht. Erwähnenswert wäre sonst noch das Spruchband an die Freunde aus Nauheim, die parallel ihren 80. Geburtstag feierten. Glückwunsch zum runden Ehrentag auch von unserer Seite!

Gespannt waren wir unterdessen auf die Gäste aus Bochum, zumal uns das Hinspiel aus absolut nichtigen Gründen verwehrt blieb. Unser letztes Mal Ruhrstadion ist auch schon fast zehn Jahre her und sonst stammten die Berührungspunkte mit dem blau-weißen Anhang aus einer BuLi-Partie zu Corona-Zeiten sowie aus dem Pokalspiel an der Linde, bei dem ich jetzt auch nicht unbedingt davon sprechen konnte, die Gäste gesehen zu haben. Immerhin diesen Punkt konnten wir heute abhaken. Zaunfahnenbild war ganz ordentlich (mitsamt Überhänger der Freunde der Red Fanatic München), der restliche Tifo ebenso. Schöne Anzahl Schwenker und Doppelhalter, passender Einsatz von Schalparaden. Dazu eine gute Mitmachquote im Steher sowie mitziehende Sitzplätze.

Ordentlich… aber irgendwie im derzeit üblichen Rahmen. Ich könnte jetzt wahrscheinlich keinen Moment nennen, an den ich mich in ein paar Wochen noch erinnern kann. Und das ist kein Vorwurf an die Gäste aus Bochum, sondern vielmehr dem wöchentlichen Abstumpfen geschuldet. Worüber ich mir früher noch ‘nen Ast gefreut hätte (da waren 40 Leute aus Trier auf einem Haufen schon das Maß aller Dinge), ist heute eben normal. Alltag, der zur Gewohnheit wird. Ein, zwei Gassenhauer konnten wir auf der Gegenseite vernehmen, sonst regierte der größer werdende Wunsch nach einer Beendigung der Baustelle hier. Dass die Gesänge mal wieder so richtig scheppern und nicht in Richtung Autobahn versanden… So mal frei vom Bauch raus mein Eindruck zum Sonntag.

Die gezeigten Spruchbänder sollen aber auch hier nicht unerwähnt bleiben: Gegen Cops in Kurven, für die Freunde aus dem roten München und gegen alle Stadionverbote. Allerdings wurden alle Tapeten ausschließlich von den Ultras Bochum gezeigt und auch nur in deren Bereich das Schwenken eingestellt, während rund um das RSK der optische Tifo weiter wehte. Wirkte subjektiv bisschen eigenbrötlerisch, als sei es egal, was die andere Gruppe so macht.

Über das Geschehen auf dem Rasen konnte sich der Anhang des VfL anfänglich glücklich schätzen, gingen die Blau-Weißen doch zu einem Zeitpunkt der absoluten Elversberger Dominanz mit ihrer ersten Chance in Führung. Die SVE schaffte hingegen das Kunststück, zweimal binnen neun Minuten kunstvoll Aluminium zu treffen und durfte sich erst nach Wiederanpfiff über einen schönen Treffer von Petkov freuen. Danach war’s eine dufte Mischung aus Anrennen und Ausklingen lassen, wobei man aus saarländischer Sicht beinahe froh sein musste, den Punkt am Ende noch sein Eigen nennen zu dürfen. Solche Dinger gehen für gewöhnlich auch mal ganz schief.

Der letzte Pfiff des Nachmittags besiegelte somit die Punkteteilung in einer Partie, die die in Nürnberg bemängelte Ideenlosigkeit im Offensivspiel wieder vergessen ließ. Pech beim Abschluss, mehr konnte man den Jungs an diesem Tag nicht vorwerfen. Denn eigentlich war’s ein richtig guter Kick, der Lust auf mehr macht. Vielleicht klappts ja bald mit dem ersten 3er im neuen Jahr, Hunger darauf zeigt die Mannschaft zumindest wieder spürbar. Hungrig machte der Kick derweil auch uns, sodass noch ein phantastischer Schwenker vom Grill auf die Hand wanderte, ehe es auf die abendliche Heimfahrt zurück nach Frankfurt ging.