2. Bundesliga: 1.FC Nürnberg – SV Elversberg

17.01.2026
18. Spieltag 2. Bundesliga
1.FC Nürnberg - SV Elversberg
Max-Morlock-Stadion
Endergebnis: 3:2 (0:1)
Zuschauer: 25.639 (450 Gäste)
Ticket: 19,80€

Stieg der eigene, fußballerische Jahresauftakt in den vergangenen Jahren noch durchweg in sonnigen Gefilden, grüßte uns 2026 das graue Franken zur ersten Partie im Januar. Da bekommt man doch richtig Bock auf den Frühling, auch wenn die dicken Klamotten nun erstmal zum Alltag in Sachen Spielbesuch zählen werden. Fix abgeparkt auf der großen Straße, die im Vergleich zum letztmaligen Aufschlag im Mai nicht aus allen Nähten platzte, trabten wir den kurzen Weg zum Gästeblock des Max-Morlock-Stadions und freuten uns auf das Erblicken zahlreicher, bekannter Gesichter. Endlich wieder Fußball, endlich wieder die eigenen Farben sehen!

Angenehm lasch waren die Kontrollen, ehe das noch recht verwaiste Achteck zum wiederholten Male von innen begutachtet werden durfte. Das frühe Highlight erspähten wir auf dem Capo-Podest des Gästeblocks in Form eines braunen Päckchens, das im Vorfeld von der Nordkurve Nürnberg dort deponiert wurde. Der Inhalt: Zahlreiche selbst kreierte Eintrittskarten des heutigen Spiels für den gesamten Gästeanhang zum Sammeln. Dazu ein Flyer, der die gängigen Gebühren und Aufschläge an den Tageskassen anprangerte. Ganz, ganz starke Geste der Nürnberger Nordkurve! Da freuten sich insbesondere die durchaus vorhandenen Ticketsammler im Gästeblock, uns eingeschlossen, immens. Neben Bielefeld nun also die zweite Möglichkeit, auch im Profifußball als Gästefan an Hardtickets zu kommen. Wäre echt stark, wenn das ganze Schule macht!

Sonst war alles beim Alten hier. Ein Stadion mit breiter Laufbahn, bei dem man vom Gästeblock allerdings durchaus eine gute Sicht genießt, sowie leider viele leere Plätze im weiten Achteck. Da war die ausverkaufte Partie im Mai hier doch eine andere Hausnummer. Immerhin schallten die Gesänge durch die gesperrten Bereiche etwas klarer über den Rasen, wodurch das kreative Liedgut der Nordkurve deutlich besser in die Ohren ging. Wie üblich dominierte der Unterrang rund um die UN, BDA und andere Gruppen das Geschehen auf den Rängen, die sich abseits des aktiven Kerns im kalten Januar reichlich wenig für großartiges Mitmachen begeistern ließen. Immerhin die Kurve zog ihr Ding gut durch und erreichte eine eigentlich konstante, perfekte Mitmachquote in ihrem Bereich. Dazu viel Farbe durch Schwenker und Doppelhalter. Solider Auftritt auf dieser Seite!

Im Gästeblock tummelten sich unterdessen rund 450 Saarländer. Hätten natürlich ein paar mehr sein können, verhältnismäßig waren wir mit der Zahl für den Auftakt aber zufrieden. Allerdings steckte die Anhängerschaft doch noch stark im Winterschlaf. Zwar passte die Optik durch die mittlerweile stattliche Anzahl an Schwenkern, aber ein, zwei Dezibel mehr hätten dem Support definitiv gut getan. Durchgängig war die Geschichte zwar, aber gleichzeitig viel zu zaghaft und mit deutlich zu vielen Hängern.

Mit diesem Satz kann auch die spielerische Leistung der SVE an diesem Mittag beschrieben werden. Da verwunderte die Pausenführung durch ein schickes Tor von Zimmerschied beinahe sehr, hätte der Glubb doch durchaus verdient mit einer 2:0 oder gar 3:0-Führung in die Pause gehen können. So erzielte Nürnberg erst nach dem Pausentee den Ausgleich, bevor Malanga mit einem platzierten Schuss zur erneuten Führung netzte. Doch erneut kamen die Franken zum Ausgleich, ehe in den Schlussminuten das mittlerweile recht enge Spiel zugunsten des FCN entschieden wurde. Erst vergab Stange einen fälligen Strafstoß, dann tüteten die Hausherren in der Nachspielzeit doch noch den Heimsieg ein. Bitter, allerdings durchaus verdiente drei Punkte für die Nürnberger, die über 90 Minuten deutlich aktiver das Spiel bestimmten.

Gibt so Tage, wobei Elversberg das Ding mit ein wenig mehr Glück beim Strafstoß durchaus hätte ziehen können. Aber verkackte Starts ins neue Jahr haben in Elversberg eben auch Tradition. Alles ist kalt, jeder Lauf kostet deutlich mehr Kraft und so weiter. Abhaken und auf die nächsten Wochen freuen lautet da die Devise, denn mal ganz ehrlich: Wirklich etwas zu verlieren hat die SVE in der Rückrunde nun auch wieder nicht. Und Tore schießen wir auch ohne Ebnoutalib! So das gängige Fazit im Gästeblock, ehe es für uns auf die gut zweieinhalbstündige Rückfahrt gen Frankfurt ging. Den Adrenalinkick erlebten wir dabei noch kurz vor Wertheim, als wenige Meter vor uns eine slowenische Karre ohne Fremdeinwirkung in die Mittelleitplanke rauschte und mit geplatzten Reifen ausrollte, sodass der dichte Verkehr auf den letzten hundert Kilometern doch etwas aufmerksamer beäugt wurde.