2. Bundesliga: SC Preußen Münster – SV Elversberg

21.12.2025
17. Spieltag 2. Bundesliga
SC Preußen Münster - SV Elversberg
Preußen-Stadion
Endergebnis: 1:1 (0:1)
Zuschauer: 9.828 (550 Gäste)
Ticket: 11€

Wie schnell die Zeit vergeht. Gerade noch über den unfassbaren Saisonstart gefreut, stand auch schon die letzte Partie des Jahres 2025 mit der SV Elversberg auf dem Programm. Der Zug hat halt echt keine Bremsen mehr. Das Münsterland war das Ziel des Sonntages, wobei der Trip ausgerechnet auf den Vortag der Eröffnung der neuen Brücke der A45 bei Lüdenscheid fiel. Kannst du auch keinem erzählen. Daher ging es früh morgens via Köln auf die gut dreieinhalb Stunden gen Münster, wo wir die sauteure Parkgebühr von knapp zehn Euro einfach mal sparten. Eine Seitenstraße hinter dem Stadion war gut zwei Stunden vor Anpfiff eben auch noch jede Menge Platz.

Eine lasche Kontrolle später standen wir bereits unter der neuen Tribüne und labten uns wahlweise an der köstlichen Mantaplatte oder aber auch am frisch zubereiteten Schnitzelbrötchen. Auch wenn du inklusive einem Getränk dafür über 20 Tacken los bist, stellte uns die dargebotene Qualität auf der Baustelle sehr zufrieden. Definitiv im oberen Drittel des Zweitligarankings! Und auch sonst überzeugten die neuen Gegebenheiten für die Gäste im Preußen-Stadion an vielen Ecken. Von den beheizten Toilettenanlagen bis hin zum neuen Block mit perfekter Sicht auf die gesamte Bude.

Machte ein wenig Eindruck vom Neubau in Regensburg. Wahrscheinlich nach Fertigstellung jetzt nicht der allergrößte Wiedererkennungswert, doch die Gegebenheiten sind einfach deutlich besser als vorher. Steile Stufen, ein Dach überm Kopf und perfekte Sicht auf alle relevanten Ecken des Stadions. Zudem zukünftig eine top Aussicht auf die neue Kurve der Münsteraner, die an diesem Sonntag bereits ihre finale Höhe erreichte. Das wird ein massives Teil, wobei insbesondere die nicht vorhandenen Mundlöcher für eine einheitliche, grün-schwarze Kurve sorgen werden. Freue mich jetzt schon auf den nächsten Auftritt hier!

Ebenso für Freude sorgte der dann doch recht starke Zuspruch aus der Heimat. Gut 550 Schwarz-Weiße bevölkerten dabei den Steher für schmale 11€, wobei der Preis aufgrund der Abgabe der eigentlichen Sitzplätze an die Heimseite zustande kam. Schön, dass solche Deals nicht nur zulasten der Gäste ausgelegt werden. Der Steher machte dann auch einen ansprechenden und vor allem kompakten Eindruck, während der Platz an den Zäunen und Wellenbrecher fast nicht mehr für die Menge an mitgebrachten Zaunfahnen ausreichte. Dazu wehte eine ordentliche Anzahl Schwenker in der Luft. Schöne Optik und eine demonstrative Geschlossenheit, die anfänglich allerdings noch nicht in den ganz lauten Gesängen mündete.

Anscheinend gab’s Probleme mit den Megaphonen (Problem = vergessen), was zu einigen Koordinationsproblemen zu Spielbeginn führte. Doch die beiden Capos bekamen die Sache dann doch schnell in den Griff. Lange gehaltene Gesänge prägten fortan den Spielsupport, der eigentlich zu keinem Zeitpunkt merklich nachließ. Im Gegenteil. Denn in vielen Momenten stimmten Lautstärke und Liedauswahl beinahe perfekt. In meinen Augen einer der besseren Auftritte in dieser Saison in der Ferne!

Die Heimkurve, die derzeit im vorherigen (Übergangs-)Gästeblock unterkommt, stimmte ebenfalls äußerst positiv. Ein schöner Zaun, eine dichte Schalparade und viel Material in der Luft ließen die Augen ein ums andere Mal gen linker Seite gleiten, während die Lautstärke nicht ganz das fast schon befürchtete Level erreichte. Da schluckte die Grundlautstärke der restlichen, neugebauten Tribüne doch einige der Gesänge weg. Die langsamen und angenehm schwerfällig klingenden Melodien der Gassenhauer schlugen selbstredend dennoch im gesamten Rund ein. Wenn sich dann auch noch die anderen Bereiche beteiligten, ließ sich nur erahnen, was hier nach Fertigstellung der Bude abgehen kann. Starker Auftritt!

Gleiches für das Geschehen auf dem Feld. Während Preußen den besseren Start erwischte, avancierte erneut Schlussmann Kristof zum Held des Tages, der nicht nur einen Elfmeter, sondern auch etliche bockstarke Abschlüsse abwehren konnte. Konträr zum Spielverlauf sorgte dann ausgerechnet Younes Ebnoutalib mit einem verwandelten Strafstoß für die im ersten Durchgang doch überraschende Führung für die Jungs im schwarz-weißen Dress. Nach dem Pausentee erarbeitete sich die SVE dazu allerdings das Prädikat „verdient“ und kam zu etlichen guten Chancen, die teils haarscharf am Einschlag vorbei schrammten.

Joa, und dann fängst du dir in der letzten Sekunde der Nachspielzeit aus einem Einwurf noch den Gegentreffer. Bitterer Zeitpunkt, unterm Strich aber nicht unverdient. Wie so oft endete das Duell mit dem SCP mit einer Punkteteilung, die gleichzeitig den Schlusspunkt unter ein spektakuläres Jahr 2025 setzte. Eines, in dem die SVE beinahe in die Bundesliga aufgestiegen wäre. Eines, in dem viele die SVE im zweiten Halbjahr am Tabellenende der zweiten Bundesliga sahen. Eines, an dessen Ende kein Verein mehr Punkte im Unterhaus sammelte als die SV Elversberg. Bockstark, Punkt und aus.

Mittels Spruchbändern „Danke Jungs“ und „Frohe Weihnachde“ verabschiedete der Gästeblock die eigenen Akteure in die wohlverdiente Winterpause, während die Heimkurve die gleichen Wünsche noch mit ein paar Fackeln untermalte. Auch im Münsterland blickt man wahrscheinlich ebenso zufrieden auf das nun langsam auslaufende Kalenderjahr. Ein letzter Gesang, ein letzter Schlachtruf, dann kehrte schließlich Stille ein. Wieder raus zum Auto, noch ein letztes Mal für dieses Jahr auf die Langstrecke gen heimischen Gefilden. Dieses Mal über die A45, ein letztes Mal durch Lüdenscheid. Schließlich wanderte am Abend der Schal vorerst in die Schublade. Sind immerhin nur ein paar Wochen, ehe es weiter geht. An der Stelle schonmal Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch an alle Leser und an alle Sympathisanten der SVE. Wir lesen uns in 2026!