2. Bundesliga: SV Elversberg – Fortuna Düsseldorf

14.12.2025
16. Spieltag 2. Bundesliga
SV Elversberg - Fortuna Düsseldorf
Waldstadion an der Kaiserlinde
Endergebnis: 1:0 (0:0)
Zuschauer: 9.307 (1.500 Gäste)
Ticket: Dauerkarte

Willkommen und hereinspaziert zu den alljährlichen Nebel-Festspielen an der Kaiserlinde! Was in all den Regionalliga-Jahren noch für kurz- und mittelfristige Absagen sorgte, wird seit der dritten Liga gnadenlos durchgezogen. Das ist eben auch Profifußball, ob du im Stadion als Zuschauer etwas siehst oder nicht. Ganz so dicht wie beim Pokalspiel gegen Bochum hingen Nebel und Wolken zwar nicht über Elversberg, doch von unserer mittäglichen Ankunft bis zur Abfahrt hatten wir nicht ein Mal das Gefühl, einer Partie um 13:30 Uhr beizuwohnen. Hatte vielmehr etwas von einem Flutlichtspiel. Immerhin der Glühwein schmeckte, wenngleich die Westtribüne und das gegenüberliegende Tor manchmal schemenhaft, meistens aber gar nicht erblickt wurden. Kann ja wieder was werden.

Zumindest der Block C rückte wieder dicht zusammen und lieferte einen top Sonntagnachmittag ab. Von der Schalparade über den derzeit richtig starken Fahneneinsatz bis hin zur Mitmachquote und der daraus resultierenden Lautstärke kann ich mich über Heimspiele echt nicht mehr beschweren. Viele junge Leute im Mob, viel Leidenschaft von der gesamten Kurve. Dazu lange gehaltene Lieder, die aber auch nicht totgesungen werden. Die ganz großen Höhen blieben zwar aus, gleiches galt aber auch für stille Momente oder Hängephasen. Solider, guter Auftritt des Block C, der zum letzten Mal in 2025 an der heimischen Linde seine Farben besang.

Von den Gästen aus Düsseldorf bekam ich erst gegen Ende der Aufwärmphase der Spieler etwas mit. Laute Schlachtrufe verkündeten die Anwesenheit der 1.500 Rot-Weißen, die den eigenen Augen bis zum Anpfiff komplett verborgen blieben. Echt skurril: Man hört die Kurve, sieht aber noch nicht mal deren Zaun. Immerhin zu Anpfiff klarte es ein wenig auf, was uns zumindest einen halbwegs klaren Blick auf die Choreo der Gäste offenbarte. „Es geht um alles!“ prangte als Motto am Zaun und verdeutlichte das langsame Abrutschen in den Abstiegskampf. Dazu wurde der Vereinsname mittels Seilwinden nach oben gezogen, während der Steher komplett durch rot-weiß-dunkelrot gestreifte Fahnen in den Vereinsfarben erstrahlte.

Der rote Rauch war wohl schon vor Bekanntwerden der Wetterbedingungen eingeplant und schon geschmuggelt, musste also auch verwendet werden. Hielt sich dann auch extrem lange und dürfte die Sichtbedingungen nicht unbedingt verbessert haben, ging allerdings einigermaßen im Stadion unter. Erkennbar waren immerhin die immer mal wieder angerissenen Fackeln und vereinzelt abgeschossenen Raketen, die, wie schon im Frühjahr, in den generell lautstarken Support eingestreut wurden. Der war zumindest einige Male auf der Gegenseite zu hören, wenngleich ich keinerlei Aussage zu Mitmachquote und sonstiger Optik treffen kann. Da hätten auch gut und gerne zehn Lautsprecher mit abgespielten Fangesängen stehen können – es hätte optisch irgendwie keinen Unterschied gemacht.

Gut zumindest, dass die eigene Elf im ersten Durchgang auf den eigenen Block stürmte, bekamen wir doch so einen Großteil der anfänglichen Chancen mit. Vor allem die erste Viertelstunde überzeugte in vielerlei Hinsicht, ehe die Fortuna immer stärker ins Spiel kam und Kristof in vielen Momenten prüfte. Doch der Elversberger Schlussmann erwischte einen seiner besten Tage der Saison und hielt seinen Kasten sauber – für mich der Spieler des Spiels!

Offensiv ging allerdings nicht mehr allzu viel und so musste die ausverkaufte Linde bis in die Schlussphase warten, ehe ein Steckpass von Zimmerschied vom gerade eingewechselten Otto Stange verwandelt wurde. Das Tor des Tages in einem bezeichnenden Spiel, das gut und gerne in die Kategorie dreckiger Arbeitssieg eingeordnet werden kann. Tut auch mal gut und ließ die eigene Kurve in den letzten zehn Minuten nochmal schön abdrehen. Nach überstandener Nachspielzeit war es somit amtlich: Ungeschlagen an der Linde in der kompletten Hinrunde! Dazu 33 Punkte – fünf mehr als zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison, als die SVE sogar vom Platz an der Sonne grüßte. Wahnsinn, einfach nur noch Wahnsinn!

Die Spieler drehten noch ihre Runde und bedankten sich für den Support im laufenden Jahr, während die Kurve zur letzten von doch so vielen Feierlichkeiten in 2025 ansetzte. Hätte mir einer gesagt, dass die Niederlage gegen Heidenheim die letzte des Jahres an der Kaiserlinde werden würde – es hätte noch immer weh getan, aber ich hätte es wohl unterschrieben. Denn die Freude und der Spaß an einer solch sorgenfreien Saison sind echt ein Segen, gerade weil so gut wie niemand damit rechnen konnte!