06.12.2025
15. Spieltag 2. Bundesliga
SC Paderborn - SV Elversberg
Stadion Paderborn
Endergebnis: 1:2 (0:1)
Zuschauer: 12.729 (260 Gäste)
Ticket: 18,15€
Schalke, Karlsruhe, Darmstadt, Paderborn – Sicherlich nicht die einfachsten Gegner im diesjährigen Unterhaus. Und schonmal gar nicht direkt hintereinander. Umso besser, dass aus den drei erstgenannten Partien satte vier Punkte heraussprangen, sodass es mit durchaus vorhandener, breiter Brust gen Ostwestfalen gehen konnte. Gute zweieinhalb Stunden dauerte die unspektakuläre Anreise aus dem verregneten Frankfurt bis ins ebenso graue Paderborn, wo einmal mehr die dünne Gästekulisse zum eigenen Vorteil umgemünzt wurde, konnten wir doch quasi fünf Meter vor den Toren des Gästeeingangs entfernt das Gefährt abstellen. Fix durch die sinnlos komplexe Kontrolle und rein ins Getümmel.
Am Ende fanden wir uns unter fast genau 260 Saarländern wieder. Für die eigenen Verhältnisse mäßig bis ok, vor dem Hintergrund der zehnfachen(!) Anzahl auf Schalke aber irgendwie auch nicht. Schade, dass sich so viele nur die Rosinen rauspicken. An sich ist der Elversberger Auswärtsfahrerdurchschnitt absolut in Ordnung und stets am wachsen, doch die extreme Spannweite stört mich Spielzeit um Spielzeit. Von gut 100 bis knapp 5.000 ist da alles dabei.
Keinen Vorwurf dagegen an die Anwesenden, die sich einigermaßen kompakt zu einem ansehnlichen Haufen versammelten und optisch ein rundes Bild ablieferten. Paar Schwenker in der Luft, hier und da ein paar Schals und eine gute Mitmachquote im Zentrum. Angestimmt wurde an diesem Tag zudem ein guter Mix aus älteren und den etwas textlastigeren Liedern, da der eigene Anspruch mal nicht darin bestand, tausenden Nasen gerecht zu werden. Machte auch mal wieder Spaß. Denn auch so kreierte der Gästeblock ein paar gute Momente und konnte die Mannschaft so gut es eben ging unterstützen. Danke dafür an alle Mitfahrer!

Bezüglich der Gegenseite zeigten wir uns zunächst von den vielen freien Plätzen auf den Tribünen überrascht. Klar, Elversberg ist jetzt nicht der allergrößte Name, doch bei der eigenen Position in der Spitzengruppe hätte ich dann doch mit einer ausverkauften Heimseite gerechnet. So machte es nämlich auch überhaupt keinen Sinn, den eigentlich für die Gäste vorgesehenen Sitzplatzbereich neben den Stehern für Heimfans zu öffnen, verliefen sich dort doch keine 20 Leute. Voll und optisch schön dagegen die Südtribüne sowie der aktive Haufen, der heute Verstärkung von den Freunden aus der Hafenstadt Brindisi aus Apulien erhielt.
Hinter der dichten Zaunbeflaggung der Szene überzeugte vor allem das anfängliche Schwenkfahnenbild sowie die Schalparade, die außerhalb der Kurve leider kaum Beteiligung fand. Gleiches galt für die Mitmachquote. Viel Leben und Bewegung im Block der Szene, wobei die Treppenaufgänge so etwas wie die unsichtbare Grenze der Aktivität darstellten. Bis auf ein, zwei Momente war im restlichen Stadion tote Hose angesagt. Äußerst schade für die aktive Szene, die hier durchaus einen starken Nachmittag ablieferte, sich auf der Gegenseite aufgrund der geringen Masse allerdings nur selten Gehör verschaffte. Lag vielleicht aber auch am Spiel, dass der Funke nicht auf die Ränge übersprang.

Denn der SCP startete spritzig, gut und offensiv, doch das Tor erzielte, wie könnte es auch anders sein, Younes Ebnoutalib nach einer kurz ausgeführten Ecke. Per Kopf, wohlgemerkt! Eine Pausenführung, die uns durchaus positiv stimmte, ehe Paderborn nur Minuten nach Wiederanpfiff sehenswert ausgleichen konnte. Nun schienen die Hausherren am Drücker, dezimierten sich allerdings nur fünf Minuten nach dem Ausgleich mittels unnötiger, roten Karte im Mittelfeld selbst. Ab diesem Zeitpunkt spielte eigentlich nur noch die SVE. War es zunächst erneut Younes, dessen zweiter Treffer aufgrund einer Abseitsposition aberkannt wurde, traf schließlich Freddy Schmahl in der 76. Minute unter großem Elversberger Jubel ins Glück.
Und auch danach erarbeitete sich Elversberg so einige Chancen, wusste aber auch, die Lebenszeit des eigenen Anhangs mit einigen Abwehrböcken zu verkürzen. Da halfen auch die 11(!) Minuten Nachspielzeit wenig. Doch am Ende hielt Kristof auch die letzten Paderborner Schüsse fest in Händen und sorgte damit maßgeblich für den ersten Auswärtserfolg beim SCP. Eine starke, kämpferische und auch erwachsene Leistung der Jungs, die sich durch den Dreier nicht nur auf den zweiten Tabellenplatz beförderten, sondern auch die 30-Punkte-Marke knackten. Am 15. Spieltag wohlgemerkt! Den Moment genießen und Feste feiern, wie sie fallen – entsprechend lautstark die Siegesfeier im und vor dem Gästeblock, ehe der Tag mit einer erneut störungs- und staufreien Fahrt zurück gen Frankfurt endete. Macht wirklich Spaß zur Zeit!



























