2. Bundesliga: SV Elversberg – Hannover 96

31.10.2025
11. Spieltag 2. Bundesliga
SV Elversberg - Hannover 96
Waldstadion an der Kaiserlinde
Endergebnis: 2:2 (1:1)
Zuschauer: 9.307 (1.500 Gäste)
Ticket: Dauerkarte

Freitag und schon wieder ein Spiel. Der 3-Tages-Rhythmus dieser Woche zehrte ganz schön an der Substanz. Wie so oft war das Abendspiel an der heimischen Kaiserlinde ebenfalls mit der ganz heißen Nadel in Sachen Anfahrt gestrickt. 15 Uhr Laptop zu, keine Minute später drehte sich der Zündschlüssel im eigenen Gefährt. Aufgrund einer gesperrten A63 ging’s via Mannheim ins Saarland, lediglich mit der Hoffnung im Gepäck, pünktlich zu Halloween nicht die dritte Horror-Vorstellung binnen einer Woche ansehen zu müssen. Zumindest der Verkehr war auf dem Hinweg die Hölle und passte ins Bild, sodass wir das Elversberger Stadion erst eine gute Stunde vor Anpfiff erreichten. Gerade so konnten noch zwei Exemplare eines neuen Schals der Fanszene am Stand ergattert werden, ehe eine ordentlich gemischte Weinschorle für Wärme und entsprechenden Pegel sorgte.

Währenddessen ging es auf der anderen Seite etwas heißer her. Nicht nur aufgrund des etwas verspäteten Sonderzuges der Hannoveraner hatte es die Gästeszene recht eilig und stürmte augenscheinlich den Block. Dass nach der abgesagten, optischen Aktion (was man so hörte, ob’s wirklich stimmt, entzieht sich meiner Kenntnis) dabei wohl noch andere Utensilien den Weg in den Gastbereich schafften, schien mehr oder weniger gesetzt. Sorgte auf unserer Seite zumindest umso mehr für Vorfreude auf die anstehende Partie unter Flutlicht. Und es sollte sowohl auf dem Platz wie auch auf den Rängen heiß hergehen.

Schon während der Aufwärmphase der Kicker ploppten die ersten Fackeln im Gästeblock und hüllte die Linde in ein gleißendes Rot. Startschuss für neunzig Minuten, in denen beinahe keine Zeigerumdrehung ohne rotes Licht verging. Hinter einem dichten Zaun und mindestens ebenso ansprechendem Fahnenmeer zündeten die Gäste permanent vereinzelte Fackeln und Strobos, die den pausenlos auf Hochtouren laufenden Support immer wieder anheizten. Viel Bewegung, etliche Klatscheinlagen und teils lautstarke Gesänge dominierten dabei den Abend. Allerdings blieb die Lautstärke etwas hinter der bockstarken Optik zurück. Bin mir mittlerweile aber auch nicht sicher, ob die Akustik des Elversberger Gästeblocks aufgrund des recht hohen Daches so optimal ist. Allerdings hätte ich in manchen Momenten schon eine kleine Schippe mehr erwartet. Schmälerte den durchweg phantastischen Gesamteindruck aber auch in keiner Weise, zumal die Niedersachsen in keinem Moment auch nur eine Sekunde nicht komplett abdrehten.

Stark aber auch der Block C, wenngleich ich hier immer wieder auf die eigene Betrachtungsperspektive verweisen muss. Klar hatte die Kurve gegen die Gäste keine Chance, aber im Verhältnis zu den eigenen Auftritten war das an diesem Freitag ab Minute eins Bombe. Vor allem das neue Lied zog richtig gut, während endlich mal eine starke Anzahl an Fahnen kontinuierlich in der Luft kreiste. Schönes Blockbild in der Mitte, während hier zudem insbesondere die Mitmachquote und auch die daraus resultierende Lautstärke passten. Kaum stille Momente, von der leidenschaftlich intonierten Hymne bis zum Schlusspfiff. Ein richtig geiler Auftritt unter Flutlicht!

Dazu gehörte aber auch ein spannendes Topspiel. Elversberg zeigte dabei die mit weitem Abstand beste Wochenleistung und ging verdient durch Petkov in Führung, ehe die Niedersachsen kurz vor dem Pausentee den Ausgleich erzielten. Dann der Lacher des Tages: Der „Elfmeter“ in der 80. Spielminute. Manche sagen Skandal, für mich war’s in dem Moment auch beileibe kein strafwürdiges Foul. Verdutzt nahm man zur Kenntnis, dass der VAR wider Erwarten nicht einschritt und Petkov die Großchance zunächst verschoss, ehe Conté goldrichtig stand und doch noch abstaubte. Bisschen ausgleichende Gerechtigkeit für den verwehrten Handelfmeter in Berlin am Dienstag, für Hannover allerdings maximal bitter. Allerdings netzten die 96er nur fünf Minuten später mit einem Kopfball zum unterm Strich verdienten Ausgleichstreffer.

Ein insgesamt großartiges und umkämpftes Spiel, das in jeder Minute einfach Bock machte. Dafür lohnt sich doch der Weg ins Saarland auch nach jeder noch so stressigen Woche! Lauter Applaus daher auch für die Kicker, die sich nach diesen Tagen echt mal eine kleine Regenerationsphase verdient haben, ehe es am nächsten Wochenende erneut zu einem echten Topspiel auf Schalke geht. Wir gönnten uns vorm Stadion noch einen schmackhaften Schwenker, ehe die dunklen Autobahnen auf dem Weg in die Heimat zum Durchschnaufen genutzt wurden. Endlich Wochenende. Und das kann ich nach diesen Tagen echt gut gebrauchen…