28.10.2025
2. Runde DFB-Pokal
Hertha BSC - SV Elversberg
Olympiastadion
Endergebnis: 3:0 (1:0)
Zuschauer: 32.092 (380 Gäste)
Ticket: 18,70€
Wir schreiben Sonntag, den 31. August 2025. Vier Stunden Zugfahrt führten uns von der Bundeshauptstadt zurück ins Rhein-Main-Gebiet. Hertha wurde am Freitag durch den doppelten Ebnoutalib besiegt, während samstags mit dem Derby zwischen dem BFC und Babelsberg endlich das Sportforum besucht werden konnte. Ein echt rundes Wochenende, das sonntags sein gemütliches Ende fand. Schnell noch die Sachen auspacken, parallel läuft im Hintergrund die Sportschau. Ziehung zweite Runde DFB-Pokal. Und da erschien sie, die Elversberger Kugel. Zu einem echt unglücklichen Zeitpunkt. Hertha auswärts… kannst du dir nicht ausdenken.
Somit war nach Berlin gleich wieder vor Berlin, Zug und Hotel schnell gebucht und der Arbeitslaptop gleich mit eingepackt. Sollte zumindest ohne Urlaub klappen, mobiles Arbeiten sei Dank. Ich mag die Stadt zwar, aber so schnell schon wieder… Beschweren half nicht und irgendwie hatten wir dann doch Bock, als es nach einem langen Arbeitstag am Montagabend zum Frankfurter Hauptbahnhof ging. Zwei Bierchen und ein Mettbrötchen wanderten als Begleiter noch in den Rucksack, ehe uns der angepriesene Super-Sprinter der Bahn in respektablen vier Stunden und sogar pünktlich in die Hauptstadt verfrachtete. Bis aufs Beziehen der Unterkunft am Alex ging abends nicht mehr viel und auch den kommenden Morgen widmeten wir komplett der Arbeit. Lediglich zwecks Mittagessen wurde mal kurz die Außenwelt beehrt. Spiele unter der Woche brauche ich nicht wirklich.
Am Nachmittag war es endlich soweit. Laptop zu, Schal in die Tasche und ab in Richtung der historischen Spielstätte gondeln! Klappte aufgrund einer S-Bahn-Sperrung zunächst so semi, allerdings erreichten wir das schön beleuchtete Rund dennoch rechtzeitig zur Öffnung der Tore. Das Ziel im Anschluss fest im Blick: Nackensteaks vom Holzkohlegrill probieren! Die soll es seit dieser Saison irgendwo rund um die Bude geben. Dauerte exakt eine komplette Umrundung, ehe wir den Stand auf der anderen Seite des Marathontores fanden. Faire 5,50 wurden für den großen Fleischlappen im tagfrischen Brötchen fällig, der tatsächlich schweinegeil mundete. Saarländische Pluspunkte somit schonmal vergeben. Wärmte im Zusammenspiel mit einem Bremer Bierchen, das nach wahnsinnigen 30 Minuten Wartezeit am Gästebereich erst erworben werden konnte, immerhin etwas und half uns, dem beständigen Wind zu trotzen.

Bei der Anzahl leerer Plätze am heutigen Abend hatte der Wind aber auch genügend Angriffsfläche. Gut 32.000 Zuschauer verliefen sich auf den grauen Rängen. Als Zahl eigentlich richtig gut, aber in einer solchen Bude keine Kulisse. Hertha würde ein eigenes Stadion mit 40-45.000 Plätzen deutlich besser stehen. Ist halt schon ein echter Unterschied, ob eine Alm in Bielefeld mit 26.000 prallgefüllt rüberkommt, oder hier deutlich mehr Nasen den Charme eines Testspiels versprühen. Die, die wirklich zählen, waren allerdings zahlreich da: Die Jungs und Mädels auf der Ost, die heute sogar besser gefüllt wirkte als im August. Nachdem zunächst vor dem Stadion weit vor Spielbeginn ein Feuerwerk den dunklen Nachthimmel erleuchtete, war die Luft des restlichen Abends nahezu pausenlos von den Gesängen der Herthaner erfüllt. Einfach Wahnsinn, wie diese leere Bude schallen kann!
Lautstark vor allem die Gassenhauer und Sprungeinlagen zu Beginn der jeweiligen Halbzeiten, die zu den besten Momenten des Abends gehörten. Komplettbeteiligung dabei im Unter- und Oberrang. Aber auch im gesamten Spielverlauf haute die Kurve immer wieder einige bockstarke Lieder über den Rasen. Von Lethargie in der Heimspielwoche keine Spur, eher im Gegenteil. Starker Auftritt der Blau-Weißen!
In Sachen Gästeblock machte ich mir im Vorfeld eigentlich keinerlei Hoffnungen. 310 Leute im August auf einen Freitagabend. Was wird das wohl an einem Dienstag? Ich sag euch, die Verwunderung über die letztliche Verkündung von knapp 400(!) Gästen stand mir bereits Tage zuvor breit übers Gesicht geschrieben. Kannst du auch einfach keinem rational erklären. Durch den Standort am oberen Ende des gigantischen Gästeblocks, der in Sachen Kapazität beinahe dem Heimbereich der Kaiserlinde entspricht, wirkte der Haufen optisch sogar recht stimmig. Etliche Zaunfahnen fanden den Weg an die provisorische Vorrichtung, während wenige Schwenker und Doppelhalter für etwas Farbe sorgten. Akustisch wurden zwar keine Bäume ausgerissen, allerdings gab’s konstant ordentlichen Support vom aktiven Mob. Mal stimmten ein paar mehr Leute ein, mal waren es die üblichen Verdächtigen, die ihre Farben durchs Berliner Olympiastadion schrien. Mehr als erwartet, auch wenn die ganz guten Momente ausblieben.

Viel zu jubeln hatten die Schwarz-Weißen aber sowieso nicht. Mir wäre es fast lieber gewesen, hätte man das gedimmte, blaue Licht zur Verkündung der Aufstellung beibehalten. Es hätte einige Schmerzen vom Zusehen erspart. Im Endeffekt war es der gleiche Kick wie in Bielefeld. Nur noch schlimmer. Vorne wie hinten: Unfassbare Fehlpässe, eklatante Fehler im Stellungsspiel und Spieler, die sich beim Kreuzen gegenseitig über die Füße latschten. Dazu noch ein blinder Unparteiischer, der einen klaren Handelfmeter zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt übersah. Kurzum: Eine grausige Leistung, die in einen auch in der Höhe verdienten Sieg der Hertha mündete.
Das könnte echt eine ganz bittere Woche für Elversberg werden. Das zuletzt so dominante Spielsystem scheint von den Gegnern durchschaut, ein adäquates Gegenmittel noch nicht gefunden. Zudem stecken den Jungs nun zwei Partien des Hinterherlaufens in den Knochen. Ich bin echt auf Freitag gegen Hannover gespannt, mache mir zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht die allergrößten Hoffnungen auf einen erfolgreichen Abend… Applaus gab es dennoch nach Abpfiff für die Jungs auf dem Platz, die sich wiederum für die Anwesenheit des eigenen Anhangs bedankten. Kommt ja auch nicht so oft vor, in so kurzer Zeit zwei Mal in Berlin anzutanzen.
Somit endet das Abenteuer DFB-Pokal für die SVE traditionell in der zweiten Runde. Zumindest da zeigen wir seit Jahren eine außergewöhnliche Konstanz! Im Mondschein ging es anschließend zurück zur S-Bahn und ab zum Alex. Fix noch ein Frustbier aus dem Späti besorgt, ehe die Federn früh riefen. Denn Mittwoch war wieder Arbeiten aus dem Hotelzimmer angesagt, ehe es am Nachmittag zurück nach Frankfurt ging.































