2. Bundesliga: DSC Arminia Bielefeld – SV Elversberg

25.10.2025
10. Spieltag 2. Bundesliga
DSC Arminia Bielefeld - SV Elversberg
Stadion Alm
Endergebnis: 2:0 (2:0)
Zuschauer: 24.856 (600 Gäste)
Ticket: 18,70€

Die SVE zu Gast beim deutschen Sportclub aus der Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt (höhö). Zumindest gegen die Erste von Arminia ein Novum im deutschen Fußball, wenngleich Elversberg zu Regio-West-Zeiten des Öfteren auf der Alm gastierte. Das war allerdings noch vor meiner aktiveren Zeit in Sachen Auswärtsfahrten, weshalb die schicke Bude tatsächlich vor fast genau einem Jahr das erste Mal überhaupt beehrt wurde. Damals war Osna zu Gast und beeindruckte mit einer phantastischen Pyroshow, während sich von Seiten der Hausherren vor allem die lautstarken Gesänge ins Hirn hämmerten. Nun stand also der ominöse Gästeblock der Bielefelder Alm auf dem Programm, den wir, nach gut dreistündiger Fahrt aus dem Rhein-Main-Gebiet, zeitig erreichten.

Fix ein Stubbi aus der Heimat verköstigt, ging es auch schon rein in den schmalen Block, der im ersten Moment jetzt gar nicht mal so scheiße wirkte wie anfangs gedacht. Klar, man steht seitlich zum Spielfeld versetzt, hat allerdings dann doch den Großteil des Geschehens im Blick. Definitiv keine Schönheit, wenngleich die Ausmaße für die gut 600 Saarländer ideal schienen. Sah schon recht stimmig aus und wirkte einigermaßen gut gefüllt. Sonst ist zum schicken Stadion denke ich genug gesagt. Top Lage mitten im Wohngebiet, inklusive Stadtblick von den Stufen des oberen Ausgangs des Gastbereiches. Gefällt mir sehr hier, zumal die Bude das dunkle Grün sehr eng umschließt. Sicherlich einer der Faktoren für den Bielefelder Sensationslauf bis hin ins Pokalfinale!

Voll waren die Traversen des Heimbereichs auch heute, wobei die Südkurve mit einer starken, dreiteiligen Choreo auftrumpfte. Schwarze, weiße und blaue Fähnchen erfüllten im Balkenmuster zunächst den Unterrang, während den Oberrang eine große Blockfahne mit dem Schriftzug „Avanti“ einhüllte. Dass diese recht schnell wieder nach unten gezogen wurde überraschte im ersten Moment, machte für den zweiten Teil allerdings Sinn: Die Blockfahne wanderte nun in Richtung Unterrang und gab dort ihre Rückseite frei. Nun prangte in der unteren Hälfte der Süd ein großes „Arminia“, während der Oberrang mit Fähnchen eingefärbt wurde. Schließlich verschwand die zweiseitige Blockfahne komplett und gab den Blick frei auf das nun wehende Schachbrettmuster in Schwarz-Weiß-Blau, das final durch das kreisrunde Vereinslogo in der Mitte vervollständigt wurde.

Beeindruckende Aktion, die zumindest aus unserem Blickwinkel reibungslos klappte und den Startschuss für einen lautstarken Nachmittag auf den Rängen markierte. Nicht nur das Einsingen vor Spielbeginn, auch der Support während der 90 Minuten war erneut phänomenal. Heftig schepperten die Gassenhauer und Wechselgesänge durch die enge Bude, die sich auch abseits der Süd regelmäßig am Support beteiligte. Zudem viel Bewegung und etliche Klatscheinlagen im Bereich der aktiven Szene, die auch ein Jahr später einen mehr als positiven Eindruck bei uns hinterließ. Arminia schwebt meiner Meinung nach generell etwas unter dem Radar und wird oft unterschätzt, insbesondere zu Hause. Doch das war heute wirklich ganz stark, selbstredend auch beflügelt durch den Spielverlauf.

Gegensätzliche Meinung heute zum Gästeblock: Da freut man sich zunächst, dass respektable 600 Saarländer den Weg auf die Alm fanden – und dann bekommt keiner den Mund auf. Kaum Beteiligung nach den ersten zehn Minuten, zudem absolut keine vorzeigbare Lautstärke. Ich würde stark bezweifeln, dass auch nur ein Gesang die Mitte der Haupttribüne erreichte. Wenig bis gar nichts war das heute. Aber klar, es lief halt auf dem Platz nix zusammen. Und wenn dort nix läuft, hält ein jeder außerhalb des aktiven Haufens, der heute aber auch beileibe keinen guten Tag hatte, die Klappe. Schade drum, aber leider nix Neues.

Auf dem Rasen deutete Elversberg in den ersten zehn Minuten seine Qualitäten erneut an, danach war einfach der Wurm drin. Vorne und hinten. Das war alles zu wenig heute. Und selbst wenn die beiden Gegentore aufgrund individueller Fehler nicht gefallen wären, hätte der DSC wohl anderweitig die Kugel versenkt. Verdienter hat die SVE in dieser Spielzeit noch nicht verloren. Glückwunsch entsprechend an die Hausherren zum Punktgewinn, während die äußerst schwere Woche der SVE mit 3 Spielen in 7 Tagen keinen guten Start fand. Allerdings, so fair müssen wir auch sein: Die 22 Punkte lesen sich auch nach 10 Spieltagen mehr als nur hervorragend.

Trotzdem war’s ein gebrauchter Tag. Niederlage auf dem Platz, schlechter Auftritt im Block und Dauerregen auf dem langen Rückweg zum Parkplatz. Einziger Lichtblick war die volle Tüte mit etlichen Hardtickets der heutigen Begegnung, die im Gästeblock ihre Runden drehte. In Zeiten von Online und Print-at-Home ein wunderschönes Beispiel für den doch möglichen Erhalt der Papiertickets. Nicht nur der Sammler in mir war darüber höchst erfreut. Fußball-Deutschland: Bitte ein Beispiel daran nehmen!