19.10.2025
9. Spieltag 2. Bundesliga
SV Elversberg - SpVgg Fürth
Waldstadion an der Kaiserlinde
Endergebnis: 6:0 (1:0)
Zuschauer: 8.483 (400 Gäste)
Ticket: Dauerkarte
Lalalalalala, Lalalalala, Lalalalalala, Ebnoutalib Fußballgott! Vollkommen überirdisch, was der Junge derzeit abliefert. Aus jeder Position, aus jedem Winkel. Immer steht er goldrichtig und hält entweder gefühlvoll den Fuß rein oder zimmert die Pille mit voller Wucht in die Maschen. Eine gottgleiche Erscheinung im gegnerischen Strafraum, die die Elversberger Kurve zu Recht hochleben ließ! Dabei startete der Tag eigentlich recht gemächlich. Die übliche Sonntagsruhe vor einem Heimspiel lag über Elversberg. Verschlafene Straßen, wenig los am Bierstand und nicht die längsten Schlangen am Einlass. Zudem genug Zeit, um die seit diesem Spieltag im Stadion erhältliche Weißweinschorle zu testen. Ergebnis: Eigentlich ordentlich und mit 6€ für den halben Liter recht fair bepreist.
Auf der Gegenseite enterte derweil die Fanszene des Kleeblatts die Traversen des derzeitigen Gästeblocks. Auch eine der ganz wenigen Szenen, die in Elversberg ein echtes Auswärtsspiel hat. Gut 400 Grün-Weiße waren es am Ende, von denen sich jedoch die meisten leider deutlich von der eigenen Szene räumlich distanzierten. Etwa 150 Mannen und Frauen war der Mob am Ende stark, der sich hinter einem dichten und schicken Zaunfahnenbild positionierte. Warum allerdings ausgerechnet der „Zurück zur SpVgg Fürth“-Banner in Höhe des traditionsreichen Kleeblatt-Logos mit einer „Greuther Fürth“-Fahne überhangen wurde… Das nimmt der eigentlichen Sache meiner Meinung nach ein wenig den Wind aus den Segeln. Ja, das Stück Stoff ist kultig, keine Frage. Aber die Positionierung zumindest an diesem Tag äußerst fragwürdig.
Sonst passte die Optik des Haufens allerdings allemal. Viele Fahnen und Doppelhalter in der Luft, dazu gut Bewegung in der Mitte, die durch Klatscheinlagen und einige Schals punktuell ergänzt wurde. Da schien zumindest die Szene rund um die beiden führenden Gruppen ihren Spaß gehabt zu haben, wenngleich der Rest des Blocks mit Passivität glänzte. Hörbar waren die Gäste auf der Gegenseite jedoch nicht ein einziges Mal. Bei der Quantität und der vergleichsweise immer stärker werdenden Heimkurve aber auch nicht verwunderlich.

Denn Block C lieferte mal wieder einen bärenstarken Support ab. Bereits in der ersten Hälfte waren Mitmachquote und Lautstärke im guten Bereich, ehe der sportliche Verlauf nach dem Pausentee für komplette Ekstase sorgte. Vor allem das neue Lied, das fix von Ebnoutalib Fußballgott auf „Elversberg ist mein Verein“ umgedichtet wurde, schlug ein wie eine Bombe und nahm nach wenigen Runden die komplette Mitte mit. Es war an diesem Tag aber auch ein Leichtes, komplett am Rad zu drehen. Nachdem die ersten 10-15 Minuten Beschnuppern auf dem Rasen ohne Gegentor überstanden wurden, sorgte Contés Führungstreffer in der 27. für den ersten, lauten Jubelschrei an der Linde. Und es sollten fünf weitere folgen.
Direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs haute Younes Ebnoutalib die Pille mit voller Wucht ins Netz, ehe er in der 56. gleich zwei Verteidiger in deren Strafraum ausdribbelte und das 3:0 markierte. Nach einem kurzen Aufbäumen des Kleeblatts, inklusive glänzender Dreifachparade von Kristof, fielen die Gäste vollends auseinander. Younes schnürte in der 80. den lupenreinen Hattrick, ehe der eingewechselte Ceka aus 16 Metern per Aufsetzer das fünfte Ei in den Fürther Kasten legte. Der Gästeblock hatte danach genug gesehen, nahm bereits die Fahnen vom Zaun und verließ das Stadion, während Florian Le Joncour in der Nachspielzeit auch nochmal durfte und das halbe Dutzend vollmachte. Direkt danach war Schluss und der zweite 6:0-Heimsieg des Jahres amtlich.
Einfach Wahnsinn, was für eine Qualität die Jungs aktuell Woche für Woche auf den Platz bringen. Da scheint einfach alles zu stimmen. Von Einsatz und Laufbereitschaft, über Stellungs- und Passspiel bis hin zur Abgezocktheit vorm gegnerischen Kasten. Aktuell steht die SVE aber mal sowas von verdient auf dem Platz an der Sonne, denn rein spielerisch habe ich bisher noch keine bessere Mannschaft gesehen. 22 Punkte, noch 18 bis zum Klassenerhalt. Deutlich über der Halbzeitmarke, und das am 9. Spieltag. Utopisch. Voller Ekstase daher auch die Feier mit den eigenen Jungs, die diesen Moment auch gleich mit einem Bild vorm Block festhielten. Was für ein Team, was für eine geile Zeit!






















