2. Bundesliga: SV Elversberg – 1.FC Kaiserslautern

22.08.2025
3. Spieltag 2. Bundesliga
SV Elversberg - 1.FC Kaiserslautern
Waldstadion an der Kaiserlinde
Endergebnis: 2:1 (1:0)
Zuschauer: 9.307 (1.600 Gäste)
Ticket: Dauerkarte

Spiele am Freitag sind echt ein zweischneidiges Schwert. Du kannst gewinnen und hast ein wunderbares Wochenende vor dir. Oder aber, je nach Saisonverlauf, zwei weitere Scheißtage bis zum Montag. Eines sind Freitagsspiele zu Hause aber auf jeden Fall: Stress. Zumindest für uns, liegt das „zu Hause“ doch knappe 180 stauverseuchte Kilometer vom aktuellen Wohnort entfernt. Und ganz früh auf der Arbeit Schluss machen klappt leider auch nicht immer. So auch an diesem Freitag, an dem wir den guten Zeitpunkt zur Abfahrt aus dem Rhein-Main-Gebiet verpassten und eine lockere Extra-Stunde in den Blechkarawanen verbringen durften. War aber auch echt der Wurm drin. Lange Schlangen zudem am Einlass zur Linde, sodass wir lediglich eine halbe Stunde vor Anpfiff die angestammten Traversen erreichten. Keine Zeit für ein Bier, geschweige denn für was zu Beißen.

Aber immerhin der Rest klappte ordentlich, sodass wir entspannt dem Duell gegen den großen FCK entgegenfiebern konnten. Wir ließen uns einfach mal überraschen. Denn so früh in der Saison mache ich mir generell nie wirklich Gedanken über etwaige Qualitätsunterschiede zwischen den Mannschaften. Da ist es mir beinahe gleichgültig, in welche Richtung die Partie vor allem in der Anfangsphase kippen könnte. Denn wer weiß schon so früh in der Saison, wohin die Reise gehen wird? Da braucht es schon mindestens 8-10 Partien, um so langsam ein Gefühl darüber zu entwickeln, gegen welchen Gegner man nur mit viel Glück punkten kann und wen man sportlich so richtig weghauen sollte.

Klar war an diesem Abend nur, dass es auf den Rängen wieder gut abgehen sollte. Flutlichtspiel an der Linde, ausverkaufte Traversen… Und ein Block C, der ab der ersten Minute gut in Fahrt kam. Eine starke Anzahl Schwenker kreiste im Wind und untermalte die Schalparade zum Vereinssong, der am Ende a cappella durch die Bude schallte. Geiler Moment! Und auch der Spielsupport konnte sich sehen, bzw. hören lassen. Starke Beteiligung der gesamten Kurve, trotz ausgefallener Mikrofonanlage des Capos, der an diesem Abend auf das Megafon zurückgreifen musste. Viele Klassiker erreichten an diesem Abend gute Lautstärken, während die Momente rund um die beiden Treffer erneut utopisch waren. Das ist mittlerweile echt nicht ohne, was hier phasenweise abgeht!

Im Gästeblock, der Unterstützung aus Stuttgart (SKS) und Metz (Horda Frenetik) erhielt, wars der für Lautern typische Support, sprich ab und an brachiale Lautstärke dank Komplettbeteiligung aller Gästefans, die sich gar im angrenzenden Block E breitmachten. Dann aber auch einige stille Momente während gegnerischer Ballbesitzphasen. Auch hier wehte eine schöne Anzahl großer Schwenker, die den Block einheitlich in die rot-weißen Farben der Pfälzer färbten. Vielleicht auch aufgrund des Spielverlaufs blieben unterm Strich nicht ganz so viele Momente auf der Gegenseite hängen. Die typischen Gassenhauer allerdings allemal.

Auf dem Rasen duellierten sich die beiden punktgleichen Mannschaften (warum auch immer Lautern in Orange-Schwarz unterwegs ist?) zu Beginn um so ziemlich jeden Ball. Viel Mittelfeldgeplänkel, unendlich viele Zweikämpfe und noch mehr Unterbrechungen, die der penible (Un)Parteiische in 90% der Fälle zu Gunsten der Gäste auslegte. Zumindest kam es einem im Stadion so vor. Entsprechend hitzig wurde die Atmosphäre schon im ersten Durchgang, an dessen Ende Schnelly zur verdienten Führung abstaubte. Und auch nach dem Pausentee blieb die SVE die spielbestimmende Mannschaft, wenngleich der FCK durch zwei starke Freistöße durchaus seine Chancen hatte. Aber Kristof hielt jeweils phänomenal, ehe er nach einem berechtigten Foulelfmeter dann doch hinter sich greifen musste.

Doch noch war die Partie nicht vorbei, zumal Elversberg anscheinend zwei neue Charakteristiken auszeichnen: Starke Ecken und Tore nach der 90. Minute. Frederik Schmahl staubte die Vorlage von Sickinger in der 92. Minute ab und drückte die Kugel irgendwie über die Linie. Pure Eskalation, wie schon im ersten Saisonspiel gegen Nürnberg. Mentalität, Kampfgeist und Durchhaltevermögen bewiesen. Das machte richtig Spaß! Kurz darauf war Schluss und der zweite Sieg im zweiten Heimspiel eingetütet.

Die Freude über den Sieg und die Feier mit der Mannschaft fielen am heutigen Abend nochmal etwas länger aus, aber irgendwie wollten die Emotionen bei allen Beteiligten bis weit nach Abpfiff hinaus. Starke Leistung, Hut ab, an Mannschaft und Fans! Es ist noch recht früh in der Saison, doch mit 6 Punkten aus den ersten drei Partien sowie dem Weiterkommen im Pokal steht für die SVE tatsächlich der beste Saisonstart in der zweiten Liga auf der Habenseite. Könnte zumindest ein Grundstein sein für eine nicht unbedingt allzu negativ verlaufende Spielzeit!