DFB-Pokal: SSV Ulm – SV Elversberg

17.08.2025
1. Runde DFB-Pokal
SSV Ulm - SV Elversberg
Donaustadion
Endergebnis: 0:1 (0:0)
Zuschauer: 9.531 (400 Gäste)
Ticket: 16,50€

Montagmorgen, 16. Juni 2025. Der Wecker klingelt und katapultiert uns aus den Federn unserer Bleibe am Flughafen Osaka-Itami. Die Hand greift direkt nach dem Handy. Fix schnellt der Puls in die Höhe, während wir uns gespannt durch die Auslosung der ersten Pokalrunde scrollen, und scrollen, und scrollen. Hier, die letzte Kugel waren wir also. Es geht – nach Ulm. Joa… ist dann halt so. Von Euphorie keine wirkliche Spur (dürfte am anderen Ende des Loses wohl ähnlich gewesen sein), zumal wir erst im Februar diesen Jahres die Münsterstadt und den nicht wirklich vorteilhaften Gästeblock beehrten. Die Terminierung sorgte im Anschluss auch nicht wirklich für Erleichterung. Sonntag, 18.00 Uhr. Was ein Mist.

Ehrlicherweise wandte sich unsere Stimmung mit Blick auf die anstehende Erstrundenbegegnung in den Tagen zuvor allerdings spürbar. Ein gut laufender Ticketverkauf und prognostizierte, einigermaßen angenehme Temperaturen stimmten zuversichtlicher, während der ausgefallene Kick in Bochum mehr den je die Lust auf die rollende Kugel schürte. Und 18 Uhr? Na, dann schauen wir uns vorab einfach die Innenstadt an! Entsprechend früh ging es auf die gut dreieinhalbstündige Fahrt an die Grenze zu Bayern, an deren Ende unser Gefährt einen zentralen Stellplatz fand. Nachdem im Anschluss die Mägen mit einer guten Auswahl schwäbischer Spezialitäten gefüllt waren, stapften wir für eine gute, anderthalbe Stunde durch die schönen Gassen der malerischen Altstadt. Vom großen Münster, über das kunstvoll verzierte Rathaus bis hin zum Ufer der Donau begeisterte uns diese wunderschöne Stadt mit ihrer Vielzahl kleiner Bachläufe im Fischerviertel. Das top Wetter war da die kaum noch benötigte Zugabe für diesen klasse Mittag, der schließlich mit der Fahrt ans Donaustadion endete. Echt eine Weile her, seit uns eine Stadt so positiv überrascht hatte!

Bekannter waren hingegen die Zuwege zum Gästeblock, die wir bis zu den Kontrollen hinter uns ließen. Dort wurden die Tickets aus dem Drucker (richtig schick gestaltete Print-at-Home Tickets für das 100-jährige Jubiläum des Stadions, muss auch mal erwähnt werden) entwertet, ehe wir uns zu den insgesamt 400 Saarländern gesellten, die die Strecke zu einer solch blöden Uhrzeit auf sich nahmen. Etwa 100 mehr als im Februar an einem Samstag! Weniger los war dagegen im Heimbereich des Donaustadions, sodass zwei Blöcke gar komplett geschlossen blieben. Neben dem üblichen Schwund aufgrund des Abstiegs sieht man hier jedoch auch die Umstände rund um die Verpflegung als Grund, denen ein dauerhaft angebrachtes Spruchband im Bereich des E-Blocks gewidmet wurden. Auch wenn die Verkäufer im Gästeblock durchweg freundlich waren, fielen jedoch auch hier bereits die langen Wartezeiten auf. Bei lediglich 400 Leuten im Block will ich mir nicht ausmalen, wie lange man hier bei vollen Traversen anstehen muss…

Keinen Schwund konnten wir hingegen im D-Block feststellen, der sich abermals vor allem optisch von einer durchaus geschlossenen Seite zeigt. Schalparade, Klatscheinlagen, Fahnenbild – alles top fürs Auge! Die Mitte zog eigentlich pausenlos mit, während auch die Randbereiche ein ums andere Mal in die Gassenhauer einstiegen. Allerdings blieb deutlich weniger auf der Gegenseite hängen als noch im Frühjahr. Lediglich das zwei Mal zelebrierte „Schwarz und Weiß sind uns’re Farben, wir geben nie auf!“ war schlichtweg brachial und zeugte vom großen Potenzial der Ulmer Kurve.

Auch der Gästeblock war in der Abendsonne gut aufgelegt, konnte im Gegensatz sogar den eigenen Auftritt aus dem Frühjahr übertreffen. Mit überraschend zelebrierter Leichtigkeit hatte der Haufen ordentlich Spaß und genoss einen der wenigen Grounds, der an die alte Regio-Zeit erinnert. Viele Lieder wurden lange getragen und ein ums andere Mal recht gute Momente kreiert. Jetzt nicht der Sahneauftritt, der lange hängen bleibt, für die Gegebenheiten allerdings absolut ordentlich! Via Spruchband wurde zudem zur Situation in der Vorwoche Stellung bezogen: „Ey Bochum – 6 Seiten wie die Fahnen hängen – Cops die dir eine von Hinten schenken – Tief im Westen wo die Fankultur verstaubt“.

Auf dem Platz entwickelte sich unterdessen schnell der erwartet harte K(r)ampf. Elversberg ließ die Kugel etwas besser durch die Reihen laufen, scheiterte jedoch am gezielten Torabschluss, von denen die Ulmer erst gar keine gefährlichen verbuchen konnten. Allerdings tat sich die Offensive der SVE so schwer, dass es am Ende erneut ein Verteidiger richten musste. In der 73. Minute war es ein platzierter Hammer von Felix Keidel, der die Führung bedeutete – die bis zum Schlusspfiff bestehen sollte. Ein Auswärtssieg in Ulm – auch eine Geschichte mit Seltenheitswert! Entsprechend groß war die Freude unter den mitgereisten Anhängern, die, neben dem Sieg beim ominösen Angstgegner, auch das Weiterkommen in die zweite Pokalrunde feierten. Ein gerne genommener Geldregen sowie die Option auf entweder eine weitere, volle Hütte daheim oder aber auch auf ein tolles Auswärtsspiel in der Ferne. Mal schauen, welcher Verein sich dieses Mal über das Los SVE freuen darf!