12.07.2025
Testspiel
VfB Marburg - TuS Erndtebrück
Georg-Gaßmann-Stadion
Endergebnis: 4:1 (2:0)
Zuschauer: 500
Ticket: 5€
Eigentlich sollte es an diesem Wochenende noch etwas ruhiger in puncto Fußball zugehen. Doch Ende Juni flatterte plötzlich eine Nachricht des VfB Marburg in mein Instagram-Postfach, worin auf die Austragung eines seiner Testspiele im altehrwürdigen Georg-Gaßmann-Stadion aufmerksam gemacht wurde. Eine Sportstätte, in der zuletzt vor weit mehr als einem Jahrzehnt eine runde Kugel in einer Partie zweier A-Mannschaften zu sehen war. Dem konnten wir natürlich nicht widerstehen, sodass es an diesem Samstag auf die moderate Strecke durch den Stau auf der A5 gen Norden ging. Der Parkplatz vor den Toren der Bude ließ bereits erahnen, dass halb Hopper-Deutschland die Pilgerfahrt nach Mittelhessen angetreten war. Diese Vermutung bestätigte sich, nachdem wir die Eingangspforten durchschritten hatten.
Wo normalerweise vielleicht 30 bis 50 Zuschauer dem Testspiel zwischen dem Hessen- und dem Westfalenligisten beigewohnt hätten, waren es heute knapp 500, davon mindestens 400 Hopper aus nah und fern. Ein Auflauf, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Das Highlight war für jeden selbstredend das sonst nur vom American Football genutzte Stadion mit seinen 12.000 Plätzen. Eines von nur noch 15 Stadien in ganz Hessen mit einer fünfstelligen Kapazität. Eine wahrlich schicke Bude mit einer markanten Haupttribüne, deren Sitze den blau-weiß-roten Stadtfarben entsprechen. Auf der Gegengeraden und in den Kurven ziehen sich zudem acht breite Stufen um den Platz samt Laufbahn. Ein schönes Stadion, das seit 1967 hauptsächlich dem Breitensport zur Verfügung steht.

Und auch sonst wurde den Interessierten viel geboten: Eine schmackhafte Wurst vom Gasgrill im frischen Brötchen, eine gute Getränkeauswahl – der dunkle Radler ist hier besonders hervorzuheben – sowie Eintrittskarten für fünf Euro, die durch den herumlaufenden Kassenwart verteilt wurden. Man gab sich echt Mühe! In der von etlichen Gesprächen und lautem Gelächter dominierten Atmosphäre war der Kick an sich fast schon nebensächlich. In diesem setzten sich die Hausherren, die eine Klasse höher spielen, letztlich klar durch. Die gesehenen Tore (die ersten beiden bekamen wir nur am Rande mit) waren immerhin recht gut herausgespielt. Den Schlusspfiff sahen hingegen nur noch die Hälfte der Anwesenden, da sich der Großteil bereits frühzeitig auf den Weg zum zweiten Tagesevent nach Darmstadt machte.
Das schenkten wir uns allerdings, denn ein Zirkus dieser Art reichte vollkommen. Nach den vollen neunzig Minuten machten wir uns viel lieber auf den Weg in die schicke Marburger Altstadt mit ihren vielen Aufzügen. Wir erklommen das Schloss, liefen durch enge Gassen mit schönen Fachwerkhäusern und schlenderten am Abend über das Stadtfest. Kulinarisch leisteten wir uns zwar einen Fehlgriff, doch auch so war es ein schöner Tag in Mittelhessen. Daher Herzlichen Dank an den VfB Marburg für die Organisation sowie die zeitnahe Bekanntgabe!



















